YouTube-Cover für die Digital Futures 2026 Session: Entre o Prompt e a Obra.

Digital Futures 2026: Entre o Prompt e a Obra

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Datum 2026-04-18
Organisation DigitalFUTURES

Autoren Daniel Nunes Locatelli, Gabriela Bilá, Verônica Natividade
Koordination Angelica Paiva Ponzio (Organisationskomitee), Daniela Silva, Leonardo Prazeres Veloso de Souza, Ricardo Cesar Rodrigues, Henrique Lattes Borçato

Ort Online
Sprache Portugiesisch
Link Vortrag auf YouTube

Diese Session der Digital Futures 2026, Lusofone Diaspora (Academia), brachte drei brasilianische Forschende mit Sitz im Ausland zusammen: Verônica Natividade (ETH Zürich, PUC Rio), Gabriela Bilá (MIT Media Lab) und mich, mit dem Talk Entre o Prompt e a Obra (Zwischen dem Prompt und dem Bauwerk) aus München.

Ich zeichnete meinen Weg von der Biomimetik zum Systemdenken nach. Im Atelier Marko Brajovic in São Paulo, wo ich fast sechs Jahre verbrachte, lernte ich, Architektur durch die drei von Janine Benyus beschriebenen Ebenen der Biomimetik zu lesen: Formen reproduzieren (etwa das von Diatomeen inspirierte Porte Monumentale der Weltausstellung 1900), Prozesse reproduzieren (Gaudís Form Finding über Kettenlinien, materielle Berechnung) und Ökosysteme reproduzieren. Diese dritte Ebene wurde mir erst später, in Deutschland, klar.

Am ITECH studierte ich bei Achim Menges und nahm die Idee des Co-Designs in mich auf: nicht nur die Form optimieren, sondern Material, Fertigung und Tragwerk als Teile eines einzigen Systems behandeln. Meine Masterarbeit, gemeinsam mit Nils Opgenorth, prototypisierte ein mehrskaliges Robotiksystem zur Verklebung von Brettsperrholzplatten direkt auf der Baustelle, inklusive einer Kooperation mit einem Institut zur Automatisierung von Spider Cranes und der Untersuchung des für die Klebung erforderlichen Drucks.

In der Praxis, bei Alfred Rein Engineers und ArtEngineering, arbeitete ich am Form Finding von Zugstrukturen sowie an realisierten Werken von Olafur Eliasson und Katharina Grosse. Ein Projekt blieb mir besonders im Gedächtnis: Grosses Ledermodell bog sich in beide Richtungen, doch die Stahlplatten, die wir fertigen mussten, lassen sich nur in einer Richtung biegen (eine abwickelbare Fläche), sodass ein einziges Wochenende Form Finding beide Welten in Einklang bringen musste. Selbst bei sehr fortgeschrittener Fertigung beginnt die Entwurfspipeline weiterhin mit Skizzen auf Papier und endet in PDFs, eine echte Lücke zwischen Entwurf und Fertigung.

Bei BuildSystems, einem Münchner Startup, entwickelten wir Grasshopper-Plugins für LCA (Life Cycle Assessment) und urbane Analysen sowie eine Web-App für die KfW-Förderung, die den Holzbau begünstigt. Die nachhaltigste Lektion betraf Ontologien: wie Baudaten so zu repräsentieren sind, dass sie nicht in PDFs und Tabellen verloren gehen.

Heute baue ich an der Hochschule München eine App, die Holzbaudaten nach diesem ontologischen Ansatz verwaltet. Mein abschließender Anstoß: KI-Harnesses, die Ebene jenseits von Co-Design, sind die Art, wie sich diese heterogenen Systeme zu verbinden beginnen werden. Außerdem kündigte ich an, dass ich an der ETH Zürich promovieren werde, dort, wo Verônica ihren Doktor gemacht hat.

Die vollständige Session ist auf YouTube über den Link oben verfügbar.