Parametrisches Design inspiriert durch die Natur
| Datum | 2018-09-01 |
|---|---|
| Team | Daniel Nunes Locatelli, Adalberto de Paula |
| Ort | Museu de Arte Moderna |
| Standort | Rio de Janeiro, Brasilien |
| Sprache | Portugiesisch |
| Link | Semana Design Rio 2018 |
Vortrag bei der 6. Ausgabe der Semana Design Rio im Museu de Arte Moderna (MAM) in Rio de Janeiro. Die Präsentation erforschte, wie parametrische Designprozesse sich von natürlichen Mustern und Organismen inspirieren lassen können, und verband Biomimetik, visuelle Programmierung und digitale Fertigung anhand realer Projekte aus dem Atelier Marko Brajovic.
Sieben Prinzipien aus der Natur
Der Vortrag stellte sieben in der Natur beobachtete Schlüsselprinzipien vor und wandte sie als konzeptuelle Leitlinien für parametrisches Design an:
- Kollektivität, inspiriert vom Wald: die gegenseitige Abhängigkeit und Wechselbeziehung zwischen Individuen in einer Gruppe.
- Reziprozität, inspiriert von der Flechte: Verbindung durch den gegenseitig vorteilhaften Austausch zwischen den Beteiligten.
- Metamorphose, inspiriert vom Schmetterling: vollständige Transformation von Form und Verhalten.
- Resilienz, inspiriert von der unsterblichen Qualle: Systeme und Organismen, die in der Lage sind, Krisen und Veränderungen zu widerstehen.
- Mimikry, inspiriert vom Eulenfalter: die evolutionäre Fähigkeit eines Organismus, Merkmale und Muster eines anderen Organismus zu kopieren.
- Evolution: Veränderungen der Merkmale von Tier- und Pflanzenpopulationen über aufeinanderfolgende Generationen.
- Selbstorganisation: die Fähigkeit eines Systems, seine Komponenten oder Elemente spontan und zielgerichtet zu organisieren.
Von der Natur zur Berechnung
Die Präsentation stellte drei komplementäre Designansätze vor: Verhaltensforschung (wie Menschen es tun), Phänomenologie (wie die Physik es tut) und Biomimetik (wie die Natur es tut). Anschließend wurde die Rolle der visuellen Programmierung als Brücke zwischen diesen natürlichen Prinzipien und computergestützten Werkzeugen untersucht, mit dem Argument, dass die Natur eine Designerin mit 3,8 Milliarden Jahren Erfahrung ist.
Projektbeispiele
Mehrere Projekte des Atelier Marko Brajovic wurden als Fallstudien vorgestellt, die diese Prinzipien in der Praxis demonstrieren, darunter der Brasilianische Pavillon auf der Expo Mailand 2015 (mit Studio Arthur Casas), die Parada Coca-Cola bei den Olympischen Spielen Rio 2016, die Camper-Together-Geschäfte in São Paulo, Hongkong, Melbourne und Mailand, der O3-Pavillon auf der Expo Revestir 2017, das Casa Ninho Docol auf der Expo Revestir 2018, die Nike-Air-Guitar-Installation in der Red Bull Station in São Paulo und die Heineken-Live-Your-Music-Installation im MECA Inhotim.

